Nancy Hünger, ist ein Text klüger als seine Autorin? | Folge 2
Shownotes
Grund zur Annahme ist ein Podcast des SFB 1718 Common Ground.
Moderation: Amelie Rüeck, Alessandro Stephan Redaktion: Nina Kalwa, Jan Thore Kirk, Sarah Ebert, Amelie Rüeck, Alessandro Stephan Technik: Zentrum für Medienkompetenz Universität Tübingen Schnitt: Sarah Palomero Bernardo Musik: BLÜTENSTAUB Cover-Illustration: Alex Wynne Schmiedel / Zeichenelster Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – SFB 1718 – 538184825
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00:00:05: Herzlich willkommen bei Grund zur Annahme.
00:00:07: Hier sprechen wir mit Personen aus völlig unterschiedlichen Gruppen und gesellschaftlichen Bereichen, um zu Hause zu finden was uns sprachlich verbindet und wie wir einen gemeinsamen Nenner finden können.
00:00:18: Ich bin Amelie, Doktoranin im Sonderforschungsbereich Common Ground in Tübingen Und wir wollen in diesen Gesprächen von euch lernen.
00:00:26: Heute bin ich nicht alleine im Studio sondern habe einen Co-Moderator dabei und zwar den lieben Sandro.
00:00:31: möchtest du dich einmal vorstellen?
00:00:34: Ja, ich bin Alessandro Stefan und ich bin auch Doktorand im SFB Common Count.
00:00:40: Im Projekt C-III Strategic Common Count Updates.
00:00:43: Und außerdem bin ich auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz Institut für deutsche Sprache dem IDS in Mannheim.
00:00:51: Ich habe den Master in germanistischer Linguistik hier in Tübing gemacht und daher kenne ich auch unsere heutige Gästin bei der ich nämlich selbst einen Kurs gemacht hab.
00:01:02: Unsere heutige Gestin ist Nancy Hünger.
00:01:05: Sie ist Schriftstellerin, ehemalige Stadtschreiberin von Tübingen und leitet außerdem seit dem Jahr das SLT, das Studioliteratur- und Theater an der Universität Tüging.
00:01:17: Herzlich willkommen!
00:01:18: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:20: Nancy findest du unsere Vorstellung so passend wichtig als eben eingeführt?
00:01:25: Damit kann ich sehr gut leben.
00:01:27: Korpsprägnant
00:01:28: alles Wichtige genannt.
00:01:29: Gibt es irgendetwas Wichtiges, was wir nicht erwähnt haben?
00:01:33: Es gibt noch irgendwie eine Gruppe oder eine Zugehörigkeit die wir vergessen haben.
00:01:38: Ach vielleicht!
00:01:39: Das ist jetzt ein guter Augenblick um Werbung zu machen.
00:01:44: Seit kurzem bin ich im Vorstand des Netzwerks Lyrik
00:01:48: e.V.,
00:01:48: darauf weiß ich immer gerne hin, dass quasi der Dachverband der Deutschsprachigen Lyriker und Lyrikerinnen.
00:01:55: Vielen Dank, dass du heute hier bist.
00:01:57: Wir haben dich eingeladen um dich zu diesen ganzen Gruppen zu denen du dazu gehörig bist ein bisschen zu interviewen besonders zu deinem Common Ground in diesem Gruppen.
00:02:06: Falls du noch nicht so viel über Common Ground weißt erkläre ich ganz kurz einmal was wir eigentlich genau erforschen an unserem Forschungsprojekt.
00:02:16: fast sich so ein bisschen mit dem geteilten Wissen zwischen Menschen.
00:02:19: Also was wir in Konversationen gemeinsam aufbauen, wenn wir irgendetwas erwähnt haben und das beide akzeptiert haben, dann wissen wir beide quasi dass wir dieses Wissen haben und dann können wir in zukünftigen Interaktionen und in zukunftlichen Konversations auf dieses Wissens zurückgreifen und müssen uns nicht alles immer doppelt und dreifach sagen sondern wir haben eine Art ja, Informationstext den wir übereinander wissen.
00:02:45: Gleichzeitig gibt's das natürlich aber auch nicht nur in so privaten Konversationen sondern man kann auch Common Ground auf ganz vielen unterschiedlichen Ebenen aufbauen.
00:02:53: und wir haben auch ein Projekt in unserem Sonderforschungsbereich dass sich eben mit Common Ground in Literatur beschäftigt und so bisschen erforschen möchte welche Ebene von Common Ground existieren in Gedichten, in Theaterstücken, in Romanen Allgemein, wie baut man als Autor einen Common Ground zwischen den Charakteren auf?
00:03:16: Aber gleichzeitig auch irgendwie zwischen sich und dem Leser.
00:03:20: Mit welchen Mitteln spielt man da ... Wie kann man da sprachlich so ein bisschen... Ich will jetzt nicht rumtricksensagen aber welche sprachlichen Mittel hat man um quasi Common Ground in Literatur aufzubauen vielleicht auch irgendwie zu nutzen, um strategisch irgendwelche Effekte im Leser zu bewirken.
00:03:39: Deswegen freuen wir uns sehr, dich heute ein bisschen zu interviewen!
00:03:42: Wir erwarten keine sprachwissenschaftlichen Antworten, aber einfach so ein bisschen die quasi autorinnenden Perspektive von wie schreibt man ein Buch?
00:03:52: Wie schreibt Man Texte?
00:03:53: und natürlich auch vielleicht ein bisschen Zu Deiner Arbeit am SLT.
00:03:58: Wir wollen auch keine literaturwissenschaftliche Analyse.
00:04:01: Warte,
00:04:02: das ist perfekt!
00:04:03: Hier könnte ich ja nicht liefern...
00:04:05: Nee, wir haben uns gefragt, dass es total spannend eine waschechte Autorin bei uns zu haben und sie zu fragen, was denn Sie überhaupt denkt wenn sie einen Text schreibt?
00:04:16: Das ist immer so ne Frage die im Deutschunterricht gerne gestellt wird.
00:04:20: Was hat sich die Autorinnen dabei gedacht?
00:04:22: Ganz so schlimm.
00:04:23: Es ist allerdings nicht mit den Fragen, aber wir haben uns gefragt.
00:04:27: Wie stellt man eigentlich eine Verbindung zwischen dem Text und dem Leser her oder den Lesenden?
00:04:33: Hast du da irgendwie ne Taktik wie du vorgehst?
00:04:38: Das ist eine sehr spannende Frage und ich glaube wenn ich darauf die Antwort hätte wäre ganz vielen Schriftstellerinnen und vielleicht sogar den ganzen Buchmarkt geholfen.
00:04:45: es ist sehr schwer.
00:04:46: erst mal bin ich ja nicht Genre gebunden das heißt ich muss quasi kein Zielpublikum vor Augen haben was auch wieder bedeutet, dass ich nicht direkt die Kopplung habe zwischen Text und Leserinnen.
00:05:00: Ich glaube im Idealfall stellt der Leser oder die Leserin die Verbindung zum Text her also eher anders herum weil es eine Art Anklangsmechanismus gibt etwas das greift.
00:05:09: aber ich bin hier
00:05:09: z.B.,
00:05:10: ich könnte nicht sagen, dass irgendwelche Taktiken gibt, die ich verwende um diese Verbindung herzustellen.
00:05:16: Ich hoffe auf diese Verbindungs auch nicht so wie soll ich da sagen?
00:05:22: Also ich habe kein Publikum vor Augen, aber ich hab zumindest als Leserin die ja auch bin ein Leser vor Augen.
00:05:28: Das heißt, ich versuche den Text ästhetisch so zu gestalten dass er zumindest mir gefallen könnte.
00:05:36: oder wie formuliere ich das nochmal anders?
00:05:40: Wisst ihr was ich meine?
00:05:42: Total!
00:05:43: Wir haben auch in der Vorbereitung ein bisschen drüber geredet und dachten uns, es gibt ja nicht unbedingt den perfekten Leser oder so das Publikum, man weiß ja auch gar nicht wer die Bücher im Endeffekt irgendwie liest.
00:05:56: Ganz genau!
00:05:58: Aber du gehst dann quasi von deinem eigenen Empfinden aus.
00:06:02: also was du als ästhetisch empfinden würdest?
00:06:04: Was schreibst du Bücher, die du gerne selbst liest?
00:06:08: Das hört sich total selbstverliebt an aber ja das ist mein Anspruch.
00:06:11: Also ich glaube... Ich schreibe tatsächlich für mich aus einem genuinen Erkenntnisinteresse heraus.
00:06:18: Ich gehöre auch nicht zu den Schreibenden, die quasi ihre Routinen haben und jeden Tag schreiben.
00:06:24: Es muss etwas in mir arbeiten, etwas das mich interessiert, dass es das eine um überhaupt ins Schreiben zu finden.
00:06:29: Ich brauche also eine Art Forschungsprojekt, das mich umtreibt.
00:06:34: Und das andere ist eben, dass ich eine Art ästhetische Grunderwartung habe an mich auch und an literarische Texte.
00:06:42: Und die versuche ich natürlich zu bedienen oder zu erfüllen, und die hat sich wiederum über Lecturen geschult.
00:06:50: Also ich bin eine sehr schlechte und ungeduldige und gemeine Prosa-Leserin – das muss ich wirklich sagen!
00:06:56: Ich ertrage wenig Prosa!
00:07:01: sozusagen fließt ein dann in die Produktion.
00:07:04: Also auch alle ästhetischen Kriterien und es fließ natürlich auch ein, dass ich immer versuche neu anzusetzen.
00:07:08: Das heißt, ich versuche eigentlich nicht das zu wiederholen was ich schon kann oder also vermeintlich kann indem ich's quasi in einem Buch schon durchexerziert habe sondern versuch wieder neu ansetzen weil ich auch das Gefühl hab jede Frage die mich umtreibt oder jeder Inhalts in der alte Debatte verlangt wiederum eine eigene Form.
00:07:26: stellst du dir da aber dann einen idealisierten Leser vor deiner Leserin oder hast du da überhaupt keine Vorstellung eigentlich?
00:07:38: Ich glaube, ich bin für jeden Leser und jede Leserin erst mal grundsätzlich dankbar.
00:07:43: Egal mit welchem Zugriff ... Das ist ja auch so dass das Buch ab dem Moment wo es erscheint und wo es gelesen wird nicht mehr mir gehört.
00:07:50: D.h.,
00:07:51: jeder Leser hat die Deutungshoheit über das Buch.
00:07:53: Deswegen habe ich gar keinen ... Oder der ideale Leser ist überhaupt jemand, der liest!
00:07:58: So würde ich das sagen.
00:08:01: Ich finde, das ist eine sehr schöne Beschreibung davon.
00:08:05: Das trifft es auch irgendwie gut!
00:08:06: Weil ich glaube man sucht sich ja auch als Leser sehr bewusst Bücher aus in denen man sich selber wieder erkannt oder auf die man natürlich auch irgendwie Lust hat wo man so ein bisschen sich selber widerfindet.
00:08:18: deswegen... Ich glaube man muss auch einfach darauf hoffen dass die richtigen Menschen das Buch finden werden und das lesen werden.
00:08:27: Wir haben tatsächlich eins an der Bücher gelesen, in der Vorbereitung.
00:08:31: Sehr guter Übergang.
00:08:32: Sandra, möchtest du das Buch benennen?
00:08:35: Was wir gelesen haben ...
00:08:37: Ja, wir haben uns gedacht, wenn wir eine Autorin da haben können wir auch ein Buch von ihr lesen und das dann auch gebürtend besprechen.
00:08:44: Und wir haben es für den aktuellsten Buch entschieden.
00:08:47: Nämlich das Buch, »Wir drehen dem Meer unsere Rücken zu« Für alle die jetzt nur uns auf den Ohren haben!
00:08:54: Wir haben ja auch einen Video Und da habe ich es jetzt mal schön in die Kamera gehalten.
00:08:59: Ich würde direkt mal fragen, Nancy, worum geht das in deinem Buch?
00:09:04: Es geht um den ganz alltäglichen Wahnsinn der Liebe und die Betonung liegt wirklich auf ganz alltäglich.
00:09:09: also ein normales, stereotypisch Paar mit allen Belastungen, mit allem Gepäck psychologisch wie soziologisch ausgestattet dass man so haben kann und das im Prinzip versucht... das gemeinsame Zusammensein auszuhandeln in der sogenannten Spätmoderne.
00:09:30: Das ist vielleicht noch ganz wichtig!
00:09:32: Das Buch spielt ja zu großen Teilen auf einer Insel, möchtest du dazu auch noch was sagen?
00:09:38: Was interessiert dich denn an dieser Insel?
00:09:40: Ich frage mal so...
00:09:41: Ja ich war mir nicht sicher wo diese Insel genau ist.
00:09:45: also es ist irgendwie eine Vulkaninsel hat sehr viel Geröll sehr düster, sehr kark eigentlich.
00:09:54: Man kann sich da eigentlich fragen oder ich frage mich wieso hast du gerade diese Insel gewählt als Schauplatz?
00:10:01: Also es ist ein Gemisch aus den kanarischen Inseln.
00:10:03: deswegen ist eine einzelne Insel schwer zu erkennen weil das quasi ein Zusammenspiel und ich habe alle oder fast alle in eine gemengt in eine ideale Insel.
00:10:12: die Insel war deshalb für mich wichtig weil die Insels ein begrenzter Raum Es war wichtig dass sie kark ist Es war wichtig, oder gerade die kanarischen Inseln sind der Trittstrein zur Kolonialisierung.
00:10:23: Also von dort ging quasi Kolumbus auf Reisen also von dort begann auch die Unterwerfung.
00:10:29: das ist auch ganz wichtig weil es im Prinzip in den Parkgeschehen eine große Rolle spielt.
00:10:35: Deshalb war es quasi der ideale Ort.
00:10:39: Ich
00:10:40: habe tatsächlich Es ist super spannend gefunden, dein Buch zu lesen.
00:10:43: Und ich hab mich auch sehr in Teilweise der Protagonistin wiedergesehen.
00:10:46: und was ich super spannend fand aus einer wissenschaftlichen Perspektive von jemandem, der gerade an Common Ground forscht, ist so dieser Common Ground in romantischen Beziehungen weil er glaube ich ganz ganz anders funktioniert als Common Ground zwischen Freunden oder irgendwie Leute die sich nur so ganz wahr gekennen.
00:11:03: Weil ich glaube da hat man eine ... Verletzlichkeit.
00:11:06: Ich hab auch, es gab eine Passage, wo du so ein bisschen darüber geschrieben hast, dass wenn man sich in Beziehungen irgendwie seine Geheimnisse offenbart oder so ein bissel seine Verletzlichkeiten sich gegenseitig davon erzählt von seiner Vergangenheit und vielleicht schlimmen Dingen die ein passiert sind dann ist das einerseits richtig schön weil man sich öffnet und weil man quasi sich seinen Partner anvertraut aber gleichzeitig kann das auch als Waffe verwendet werden Und das fand ich super spannend.
00:11:35: Konzept von Wissen als Waffe, als potentielle Angriffsstelle ... gibt.
00:11:42: Ich weiß nicht, wie ich das erst angefangen habe!
00:11:45: Ja, hast du das irgendwie sehr bewusst gemacht?
00:11:47: oder wie siehst du das?
00:11:48: Wenn man sich in romantischen Beziehungen so ein bisschen mit Wissen spielen kann und wissen einerseits was Positives ist, was man teilt aber auch irgendwie zur Waffe werden kann
00:11:59: Es ist interessant, dass du sagst mit Wissenspielen.
00:12:01: Das hat ja schon so eine Art manipulativen Charakter in der Formulierung.
00:12:05: Ich finde das wahnsinnig interessant.
00:12:07: also erst mal um noch einmal eins zurückzurudern ich finde es das ganze Thema Coming Ground auch aus literarischer Perspektive total interessanten.
00:12:16: als Lyrikerin die ich von Hause aus bin, interessiert mich eigentlich weniger quasi der Coming-Ground in der Sprache.
00:12:23: Sondern das Gegenteil also dort wo die Störungen auftauchen und wo die Kommunikation misslinkt – warum sie misslinknt?
00:12:29: Und da sind wir jetzt wieder bei der Frage, die du mir gestellt hast.
00:12:33: Ich glaube, ich finde es interessant auch in Beziehung warum und wieso die Kommunion misslinkend und natürlich etwas völlig recht.
00:12:40: Also man macht sich nirgends verletzlicher.
00:12:42: Also in dieser Form der Beziehung ist noch mal was anderes als Freundschaften zu pflegen oder auch familiäre Beziehungen.
00:12:51: Und tatsächlich ist das, was man sich quasi im Grunde sagt um einen Vertrauen herzustellen oft das was dieses Vertrauen auch so gleich wieder sabotieren kann und es finde ich schon sehr interessant wie das kippt wir eigentlich etwas dass bindet plötzlich zereißen kann
00:13:08: total worüber wir auch in der Vorbereitung geredet haben.
00:13:12: Eigentlich gibt es in der Linguistik die Annahme, dass man quasi wenn man sich einmal was gesagt hat und wir das akzeptieren.
00:13:18: Dass es dann Teil von unserem Common Ground ist und wir es nicht mehr explizit erwähnen müssen sondern ab dann wissen wir's beide können wir auf das Wissen zurückgreifen aber dann müssen wir uns nicht mehr sagen.
00:13:27: Aber gerade mit zur Liebesäußerung so wenn man jemandem sagt ich liebe dich das sagt man ja nicht nur einmal sondern grade auch irgendwie.
00:13:36: Beziehungen, die vielleicht nicht so gut laufen und ein bisschen brüchig werden.
00:13:39: Ist das eine stetige Aushandlung von diesem Common Ground?
00:13:42: Und es ist ne sehr unsichere Basis, die man immer mal wiederholen muss aber auch irgendwie nicht zu oft sagen sollte weil sonst wird's irgendwie bedeutungslos.
00:13:49: also... Das fand ich super spannend!
00:13:51: Weil darüber habe ich noch nie vorher nachgedacht dass da eine ständige Aushandlung von Common Ground ist von Dingen, die man sich eigentlich schon gesagt hat.
00:14:00: Die man aber zur Beruhigung irgendwie immer wieder hören möchte.
00:14:04: Roland Barth, der ja auch eine große Rolle in dem Buch spielt, sagt wir müssen sogar ständig quasi die Liebe im Sprechakt vollziehen weil wir sie fixieren müssen.
00:14:12: also wir brauchen das um quasi einander immer wieder zu versichern.
00:14:16: Weil die Liebe natürlich auch etwas präkeheres oder instabiles sein kann.
00:14:21: Wahnsinnig interessant im Zusammenhang mit eurem Forschungsbereich!
00:14:24: Ja ich glaube es ist was wo Wir als Sprachwissenschaftler noch nicht so drüber nachgedacht haben, weil wir halt unsere Standard-Update-Mechanismen haben.
00:14:32: Irgendwie etwas wird gesagt, das wird akzeptiert die Person nickt und ab dann wissen wir es alle aber dass das auch irgendwie manche Sprechakte gibt, die irgendwie anders funktionieren.
00:14:42: ich glaube das ist super spannend und ich glaube da müssen wir als sprachwissenschafter mehr darüber nachdenken.
00:14:46: Es gibt ja auch Eva Elous sie auch eine große Rolle spielt, die ja auch kürzlich ein Typing war kommt da quasi auch noch ins Spiel.
00:14:52: Sie sagt oder eine ihre Theorien ist zu finden, dass man sich als Paar quasi auch immer sprachlich in die Zukunft imaginieren muss.
00:15:01: Auch da ist dieser Satz der Liebe quasi ein Teil, das man sich versichern muss, dass es uns auch künftig geben wird, denn sonst ist quasi alles schon gescheitert.
00:15:10: Das fand ich auch total interessant!
00:15:12: Ich glaube aber auch, dass wir irgendwie in Beziehungen teilweise viel versteckt oder sich nicht traut, etwas zu sagen.
00:15:21: Es gab auch mehrere Passagen in deinem Buch wo die Puder Genussin überlegt hat ob sie etwas sagen soll aber dachte das wird eh nicht akzeptiert werden oder mein Gegenüber wird dass eh nicht als seine Perspektive aufnehmen und dann ist lieber gar nicht gesagt hat und dazu hatten wir tatsächlich auch letzte Woche einen Vortrag bei der Konferenz dass man sich selber irgendwie nicht traut, etwas zu sagen.
00:15:51: Obwohl man eigentlich selbst überzeugt von seiner Meinung ist, weil man weiß es wird beim Gegenüber nicht ankommen und ich fand das super spannend, das dann direkt in dein Buch quasi wiederzufinden.
00:16:00: Weil es eben so ein Phänomen ist, wo ich auch vorher noch nie darüber nachgedacht habe aber es dann direkt wiedergefunden habe So ein bisschen was man macht, weil man irgendwie den Schein waren möchte oder keinen Streit anfangen will.
00:16:15: Wie siehst du das?
00:16:16: Genau, harmoniestiftend.
00:16:18: Ich denke auch, dass ist ein typisch weibliches Phänomen und das jetzt pathologisieren zu wollen und es hat natürlich mit geraden von Macht zu tun oder auch mit gerade von Gewalt und dem Bewusstsein wann man sich dem besser entzieht oder um welchen Preis man jetzt wie soll ich das sagen... Was ist das jetzt
00:16:35: wert?!
00:16:36: Ich sag, du versuchst jetzt mal so ... Ja was
00:16:37: ist ein bisschen so einen Guteuse?
00:16:39: Which battles to fight and which ones you don't want to fight.
00:16:42: Man muss sich aussuchen, was wirklich man ... Was man sagen möchte... Wann
00:16:46: es sich lohnt zu kämpfen?
00:16:47: Ich danke dir!
00:16:49: Genau,
00:16:49: aber auch auf Deutsch nicht hinbekommen.
00:16:51: Aber wir schneiden das zusammen und dann macht das alles wieder so.
00:16:54: Ja ich fand da auch sehr spannend dass du von einem ideologischen Kontinue umschreibst.
00:16:59: oder schreibst überhaupt du oder schreibt die Protagonisten in den Buch?
00:17:03: Das ist eine Frage, die man sich stellen
00:17:05: kann.
00:17:06: Also, bei der Frage bin ich relativ leidenschaftslos.
00:17:08: Das ist ja eine Frage die mich ... Oder sie glaub' ich alle Schriftstellerin heutzutage verfolgt, inwieweit es Fiktion unter Autofiktion oder wie auch immer man das nennen will?
00:17:16: Ich schreibe das schon!
00:17:18: Ich mach da auch keine große Grenze denn es ist eigentlich ne total irrelevante Frage.
00:17:22: ab dem Moment wo ich quasi einen Stoff bearbeite egal wie persönlich er ist, ab dem moment entfremdet sich auch der Stoff weil einfach die Sprache ihr Recht fordert.
00:17:31: deswegen ist diese Frage für mich eigentlich ziemlich unwichtig.
00:17:35: Entschuldige, jetzt hab ich die Ausgangsfrage vergessen.
00:17:37: Nein, du hast sehr gut beantwortet.
00:17:39: Ich finde ... bringt mich aber auch zurück zu einer anderen Frage, die ich noch hatte.
00:17:44: Nämlich, du hattest am Anfang gesagt, dass der Inhalt der Form vorausgeht, wenn ich's richtig im Kopf habe?
00:17:50: Oder war die Reihenfolge anders?
00:17:51: Das
00:17:52: beides sich bedingt zumindest.
00:17:53: Also das ... Ich habe gesagt, jeder Inhalt braucht eine eigene Form.
00:18:00: Aber beides funktioniert im Zusammenspiel.
00:18:04: Dein Text hat ja eine recht besondere Form, wenn ich das mal so formulieren darf.
00:18:09: Also es ist ja Brosa also ein Erzähltext allerdings der Text nicht im Blog Satz gesetzt wie normalerweise in Erzähltexten und es sind recht kurze Texteile.
00:18:19: Ich glaube der längste Texteil geht man anderthalbe Seite oder sowas korrigiere mich gerne wenn ich falsch liege aber oft auch sind's vielleicht zu fünf Sätze in Extremfällen Einsatz, Zweisätze.
00:18:35: Was würdest du deinen eigenen Text bezeichnen?
00:18:38: Gibt es da überhaupt ein Label für?
00:18:39: Möchtest Du einen Label oder ... sagst du okay, du hast ja einen Erzähltext aber es ist kein Roman.
00:18:46: Ja ich möchte ein Label.
00:18:47: das Problem ist dass das Buch hat als das Buch ist als Roman deklariert und das liegt daran dass es in Buchhandlungen Warengruppen gibt und es muss zuordnbar sein.
00:18:55: und das heißt wenn zum Beispiel der Vertreter kommt uns er klar sagen können was es ist.
00:18:59: und das Buch is natürlich in sich ein Zwitterwesen also es hat einen lyrischen Ausschlag die Kürze, die du gerade benannt hast.
00:19:08: Und dafür gibt es leider keine Gattung!
00:19:11: Eine großartige schweizerische Autorin kämpft seit Jahren dafür dass es die Gattungsstöre gibt was ich ganz toll finde.
00:19:18: ich wäre sofort dabei ich versuche alle zu bekehren das wir Störe bitteschön als Gattungeinfügen und das werden eben genau diese Texte die schwer einer Gattun zuordnbar sind und ich arbeite natürlich auch.
00:19:28: das kommt glaube ich auch von der lyrischen Deformation.
00:19:33: Ich arbeite am liebsten zwischen den Gattungen Also genau da, wo so dieser Umschlagsplatz ist und überhaupt interessiert mich sowieso viel mehr die Sprache als die Geschichte.
00:19:41: Das erklärt auch ein bisschen die Kürze der Form.
00:19:43: also ich habe keinen... ausgesprochen epischen Atem.
00:19:47: Und ich bin auch eine große Romanz-Skeptikerin, gerade jetzt in der Gegenwart kann ich Romanen die quasi ganz linear erzählt sind irgendwie nicht trauen!
00:19:55: Ich habe das Gefühl es ist nicht angemessen.
00:19:58: so nehmen wir nicht mal wahr also psychologisch nicht mal richtig und es überzeugt mich im Prinzip überhaupt nicht als versuche ich schon ein sprachliches Equivalent zu unserer Gegenwahrtswahrnehmung zu finden.
00:20:09: Das ist super spannend.
00:20:10: hast du irgendwie Besondere Merkmale, an denen man so einen Nancy-Hünger-Text erkennen kann.
00:20:15: Oder hast du irgendwelche besonderen Arten zu schreiben?
00:20:19: irgendwelchen sprachlichen Mittel oder irgendetwas was du so oft verwendest wo du merkst das ist dein Merkmal oder sowas.
00:20:27: Es ist schwierig.
00:20:28: Ich hoffe, dass ich wenig Merkmale ausgebildet habe muss ich ganz ehrlich sagen.
00:20:32: und aber natürlich hat man das immer es gibt ja von Marie-Louise Kaschnitz die beliebtesten, dass man die Texte quasi nach den beliebtsten Wörtern untersuchen sollte, die man so hegt und pflegt.
00:20:42: Und es gibt aber auch stilistische Mittel, was ich schon sehr gerne mache.
00:20:46: Was aber in dem Buch zum Beispiel gar nicht vorkommt oder ich glaube sogar nur einmal weiß ich's und nur weil sie es nicht vermeiden ließ ist das Apokainu.
00:20:54: also dass man so ein Zwischenglied hat, dass die Sätze steuert, dass sie vor- und zurück unterziehtliche Sinneinheiten im Prinzip entfalten können.
00:21:03: Dafür habe ich eine Schwäche.
00:21:04: Das muss ich gestehen, aber ich versuche es wie gesagt nicht überzustrapazieren.
00:21:07: deswegen finde das in dem Buch auch so gut wie gar nicht statt.
00:21:10: Ich werde es aber auch nicht schlimm.
00:21:11: Ich freue mich manchmal auch immer wenn irgendwie AutorInnen einen Merkmal haben oder so Wörter die sie gerne finden.
00:21:17: Ich persönlich mag das gerne, wenn ich so das fünfte Buch von jemandem lese und merke okay da kommt wieder...
00:21:23: Als Leserin stimme ich sofort zu!
00:21:26: Als Leserin stimm ich sofort zu und die kritische Autorin sagt, fui, fühlte dich die Masche zu machen.
00:21:31: Würde jetzt die Chance haben der Sprache immer von Maschen in der Kunst.
00:21:34: Also wenn man sich quasi ... Wenn man seinen Prinzip gefunden hat und das auf Ewigkeiten weiter strapaziert.
00:21:39: Aber als Leserin mag ich es auch?
00:21:40: Ja!
00:21:41: Ich glaube aus der Leser-Ferspektive können wir sagen dass wir's teufeln.
00:21:45: Es ist ganz spannend, dass du davon sprichst, dass es eine Konstruktion gibt, die in zwei Richtungen gelesen werden kann.
00:21:56: Wir haben uns im Vorfeld auch gefragt, wie viel für dich oder wie viele für die Lesenden Interpretation eine Rolle spielen.
00:22:05: Also, wieviel gibt der Text schon von sich aus und wieviele fügen dann die Lesende erst noch hinzu?
00:22:12: Ich glaube, die Lesendenfügen zurecht sehr, sehr viel hinzu.
00:22:16: also ein Text kann sich das habe ich mehrfach euer erlebt dass quasi die Interpretations der Lesenden völlig... Befreit war von meiner.
00:22:24: und das auch gut und richtig, weil jeder natürlich mit seinem ganzen soziologischen Gepäck oder Lebensgepäck an den Text herangeht.
00:22:31: Und ihn darin gehend auch deutet.
00:22:34: Zwei drei Stellen haben wir auch noch identifiziert in denen auch Interpretationen zwischen den Figuren eine Rolle spielen.
00:22:41: also es geht ja um ein Liebespaar, um eine Frau und einen Mann und dabei spielt auch ganz viel ne Rolle nicht nur das was gesagt wird sondern was dann entweder gar nicht gesagt wird oder was dann zudem gesagt noch hinzukommt.
00:22:55: Also du schreibst an einer Stelle von einer Trauer, die man in der Stimme hört des Mannes und an anderer Stelle oder an verschiedenen Stellen erwähnst du einen Riss zwischen den beiden Und dieser Riss schreibste auf einer Seite Dieser Riss ist ein falscher Ton Ein abfälliger Blick Ein bei Seite rücken Es ist das falsche Hemd.
00:23:17: Das ist ganz spannend.
00:23:21: diese Sachen, die so viel deutlich sind eigentlich dann doch eindeutig gedeutet werden oder findest du nicht?
00:23:28: Vielleicht noch da zu dem Hintergrund auch das falsche Hemd.
00:23:31: Es gibt tatsächlich bei Eva Ilus eine Stelle wo eine... ich weiß jetzt gar nicht mehr ob Frau oder Mann quasi nach zwanzig Jahren Ehe gefühlt feststellt es ist nicht der richtige Partner weil er ein hässliches Hemd trägt.
00:23:45: und sie hat mich so beeindruckt!
00:23:47: Also ich fand es zu verrückt so absurd seltsam, deswegen das falsche Hemd.
00:23:53: Aber es sind eben ich glaube ganz oft dass die kleinen zwischenmenschlichen Kommunikationen die vielleicht gerade keine Sprache bedürfen sehr viel Ausruf stärker sind und deshalb auch eindeutig zu interpretieren als ja als Worte also zum Beispiel das zur Seite rücken.
00:24:10: Ja für uns ist es total spannend im Hinblick auf common ground eben auch solche, wir nennen das Inferenzen.
00:24:17: Also Schlussfolgerung zu untersuchen wie dann eben ein gemeinsam geteiltes Hintergrundwissen, geteilte Annahmen, wie diese auch aktualisiert werden dadurch dass einfach verschiedene Gegebenheiten da sind auch verschiedene Betonungen in der Stimme oder Gesten oder Mimik die dann eben auch dazu beitragen dass man vielleicht auch dem, was gesagt wird ein Wahrheitsgehalt zuspricht oder den widerspricht.
00:24:44: Also wenn man ich liebe dich sagt und schaute nur anderen Menschen hinterher dann hat das vielleicht eher weniger Wahrheits gehalten oder wie zumindest interpretieren wir das so?
00:24:54: Ja und vielleicht ist es auch an der Verletzung des Common Grounds oder liegt es an der Verletzung des Common Grounds.
00:25:00: Also man bildet Gewohnheiten als Paar aus, die verlässlich sind und sobald es quasi Abweichung von diesen Gewohnheit gibt und auch von diesem gemeinsamen Grund den man sich teilt passiert eben genau so etwas oder passieren Entfremdungen.
00:25:16: also ich finde das ja Spannend.
00:25:18: Es gibt auch eine sehr populäre Theorien der Sprachwissenschaft, die Common Ground eher als gegenseitige Verpflichtungen ansieht.
00:25:24: Also nicht unbedingt als Wissen sondern eher wenn ich etwas sage dann verpflichte ich mich dazu auch so quasi zu agieren als wäre dieser Satz wahr.
00:25:32: also ich muss... Ich verpflichten mich zur Wahrheit von dem was ich gesagt habe.
00:25:35: das heißt wenn ich sage ich liebe dich muss ich auch so agieren damit ich verpflichtet mich so zu verhalten als würde ich dich lieben quasi so dass man sich.. Dass man nicht nur dass es nicht nur um Wissen geht, sondern auch um Handlungen und um die Verpflichtungen, die man in einer Konversation eingeht mit dem was man sagt.
00:25:52: Das ist ja auch nahe an der Sprechaktheorie
00:25:55: Genau, ja.
00:25:55: Ich glaube wir haben jetzt schon sehr viele Ebenen an Common Ground in deinem Buch identifiziert.
00:26:00: Vielleicht können wir sie noch mal für unsere Hörer ein bisschen durchgehen?
00:26:04: Wir haben schon über den Common Ground zwischen den Figuren in deinm Buch geredet quasi dieses Liebespaar die ihren Common Ground die ganze Zeit so noch einmal verhandeln, die die ganze zeit irgendwie updaten mit dem was sie sagen und was sie nicht sagen wie Sie sich verhalten.
00:26:19: auf der Charakterebene
00:26:23: Ja, die zweite Ebene haben wir interfiziert zwischen den Lesenden und dem Erzähler oder der Erzählerin.
00:26:32: Ich ganz persönlich habe da eine Relation hergestellt zwischen einer Stelle – das ist tatsächlich ein Satz – nämlich niemand ist eine Insel.
00:26:44: Und ich hab es direkt als einen intertextuellen Verweis um an literaturwissenschaftlichen Begriff noch in die Waagschale zu werfen gelesen, nämlich als eine O-Marsch an Marsha Kaleco und der das Zitat zugeschrieben wird.
00:27:01: Man braucht nur einen Insel allein im Weiten Meer, man braucht nur ein Menschen den aber braucht man
00:27:07: sehr.".
00:27:08: Und für mich hatte das direkt diesen Gehalt, dass es direkt ne Anspielung darauf war.
00:27:15: Also niemand ist eine Inselserie inzwischen schon so etwas wie ein geflügeltes Wort?
00:27:20: Ich muss jetzt... Ich muss jetzt ganz tief in meinem unbewussten Kramen, ich glaube es ist aus einem Pop-Song ursprünglich entlehnt.
00:27:28: Niemand ist eine Insel aber ich weiß das nicht genau und hat bestimmt wahrscheinlich auch schon weit vorher Quellen.
00:27:33: Aber schön Masha Calico!
00:27:34: Ich habe nicht an MashaCaleco gedacht, aber mich freut das sehr und das zeigt ja auch wieder dass die Texte oftmals Gott sei Dank viel klüger sind als ihre AutorInnen.
00:27:42: Als drittes haben wir dann noch diese Meta-Ebene zwischen Publikum und AutorInnen.
00:27:47: Obwohl wir jetzt ja auch so ein bisschen festgestellt haben, dass das nicht unbedingt die Ebene ist, um die es zwingend geht oder dass man nicht unbedingt zwischen Lesenden und Autorennen eine Verbindung herstellt.
00:27:58: Man weiß oft gar nicht, wer den Text geschrieben hat.
00:28:01: Wir sind natürlich sehr froh, dass wir mit dir reden können und dass wir deine Gedanken, die du beim Schreiben hattest erfahren können.
00:28:09: Aber das
00:28:10: hat ...
00:28:10: Ein normaler Lesende von einem Text, ja nicht dieses Privileg quasi auf den Autor oder die Autoren zuzugreifen.
00:28:17: Deswegen ist das vielleicht eine sehr abstrakte Ebene, die gar nicht so wirklich existiert in vielen Situationen.
00:28:27: Ja, vielen Dank für deine Konversation zu deinem Buch!
00:28:31: Wir würden dich jetzt gerne noch ein bisschen zu deiner Arbeit am SLT ausfragen.
00:28:35: Sehr gerne.
00:28:37: Ich hab dich vorgestellt als ... Schriftstellerin, Stadtschreiberin von Tübingen und eben auch als Leiterin des Studioliteraturen Theater.
00:28:46: Und da würde ich dich vielleicht direkt mal selbst fragen – was ist denn das SLT?
00:28:50: Was ist das SLTe?
00:28:51: Das Studieliteraturethater ist übrigens schon seit über dreißig Jahren existiert und dass leider immer noch sehr wenige kennen, ist ein quasi Literaturinstitut kann man es schon nennen in dem man oder an dem alle die in Tübingen studieren kreatives schreiben Wie soll ich das sagen, vollziehen können, praktizieren können?
00:29:16: Ja.
00:29:18: Ich habe auf der Webseite gelesen dass ihr viele Kooperationen auch mit extern anbietet also mit Journalistinnen und Menschen aus der darstellenden Kunst Mit anderen SchriftstellerInnen Und ihr bietet auch diverse Kurse an zu unterschiedlichen Themen.
00:29:35: Du hast eben die Störe erwähnt, ich glaube dazu hattet ihr auch schon mindestens einen Kurs
00:29:39: oder?
00:29:39: Genau!
00:29:40: Das war gleich als sich die Stelle antreten durfte – es war mein ehemaliger Wunsch ein Seminar zu stören, zu machen.
00:29:49: Als so einen Texten quasi, die sich zwischen den Gattungen Fluide hin und her bewegen.
00:29:53: Gibt es noch etwas, warum das SLT in Deutschland einzigartig ist?
00:29:59: Es ist einzig-artig, weil's bei uns keine Ereignungsprüfung gibt.
00:30:02: Also in Leipzig und Hildesheim in Köln gibts überall Eregnungsprüfungen und hier eben nicht.
00:30:08: Das heißt natürlich auch dass es Unterschiede gibt.
00:30:10: wir sind halt keinen Gesamtstudiengang wie eben in Leibzig, Kölner, Hildeseim und Co.
00:30:15: trotzdem kann man sehr lange am SLT quasi studieren wenn man möchte.
00:30:20: Ich finde das ganz großartig, weil es mir auch... also ich habe vorher freie Kunst studiert.
00:30:25: Da gab's auch eine sehr harte Ereignungsprüfung mit mehreren Durchgängen oder mit mehrern Prüfungsstufen und ich habe das Prinzip, obwohl ich vielleicht sich Bodieux gelesen hab selten in Frage gestellt.
00:30:37: und hier im Typing habe ich gelernt dass oftmals Studentin Wenn ich die ersten Texte gelesen hätte, hätte ich quasi nicht das sogenannte Talent diesen Texten ablesen können.
00:30:46: Und manchmal brauchen sie nur ein, zwei Semester und ein bisschen Handwerkzeug also wirklich nur so rudimentär und schon machen die Texte einen unglaublichen Sprung, also einen Quantensprung.
00:30:57: Und ich hadere ja sowieso nicht nur ich hadare, ich lehne den Gedanken des Genies ab.
00:31:01: Aber vielleicht sollten wir auch noch mal über Talent und ähnliches nachdenken.
00:31:05: Und was deshalb steht?
00:31:06: Vielleicht am Studio nicht wie in Köln Hildesheim unterleibt sich quasi die Karriere als Autorin im Vordergrund sondern wirklich erst einmal so eine Art Basisarbeit, sich mit der Sprache kreativ auseinanderzusetzen um zu schauen, was das für Erkenntnisprozesse anstoßen kann.
00:31:22: Das ist super cool.
00:31:23: Kann bei euch denn jeder Kurse belegen und studieren oder habt ihr irgendwelche Voraussetzungen, muss man irgendwie einen bestimmten Studiengang machen?
00:31:31: Nein!
00:31:31: Also ich habe auch Studenten aus der Sportwissenschaft oder aus der Geologie.
00:31:36: Ich freue mich sogar.
00:31:37: Also ich freue mich wahnsinnig wenn sich das aus ganz vielen Fachgebieten zusammensetzt.
00:31:42: also wir hatten zum Beispiel ein Kurs zum Nature Writing und da war eine Biologin mit dabei und es bringt nochmal... also jeder Student kommt dann auch oder jede Studente mit dem eigenen Fachwissen Ungemein.
00:31:52: Also ich finde das richtig großartig, dass du... wie soll ich das sagen?
00:31:55: Dass du heterogenertest oder besser?
00:31:58: Was ist in Nature Writing?
00:32:00: Ah!
00:32:00: Was ist Nature
00:32:01: Writing?!
00:32:01: Genau weiß es eigentlich keiner.
00:32:03: Nein, Nature Writing ist eine Tradition die sich vor allen Dingen im angelsächsischen Raum herausgebildet hat und vielleicht dessen Gründungsvater immer.
00:32:14: furrow wird quasi die Gründung des Genres zugeschrieben.
00:32:17: So rum ist vielleicht besser Und das ist im Prinzip ein Schreiben über unsere Umwelt oder Mitwelt, auch Gegenwelt.
00:32:24: Das was man landläufig Natur nennt in der Gegenwart verankert und vor allen Dingen mit dem subjektiven Blick.
00:32:30: also dass ich spielt quasi immer eine Rolle unter die Wertung des Ichs.
00:32:34: es kann so viel darunter rubrizieren aber manchmal braucht man eben die Etiketten um eine Vorstellung davon zu haben.
00:32:41: Das muss schon auch gesagt werden.
00:32:43: In Deutschland hat natürlich die Naturdichtung eine lange Tradition, für uns ist es auch nochmal anders besetzt und sollte vielleicht noch mal kritisch hinterfragt werden.
00:32:52: Traditionen ist eigentlich ein sehr schönes Stichwort!
00:32:54: Wir haben uns nämlich gefragt ob es bei euch am SLT in den Kursen oder innerhalb des Instituts gewisse Insider gibt?
00:33:03: Also gibt es irgendwas was nur ihr
00:33:05: versteht?!
00:33:07: Was wir jetzt
00:33:08: auch sehr gerne mit uns teilen möchten.
00:33:11: Du merkst schon, Störe hat sich zumindest in Tübingen durchgesetzt?
00:33:13: Ja!
00:33:14: Also bei denen die am Studioliteratorentheater waren und darüber hinaus überlege ich gerade... Ich glaube alle, die fleißig Kurse besucht haben können im Schlaf genitiv Metaphern identifizieren.
00:33:30: Das muss ich wirklich sagen, das ist so ein Common Ground.
00:33:33: Hast du ein
00:33:33: Beispiel?
00:33:35: das Blau des Meeres, die Dunkelheit der Nacht.
00:33:40: Also diese Art der Konstruktion oder dafür versuche ich alle zu sensibilisieren.
00:33:45: Vielleicht ist es so wir teilen eine ... Wenn alles glückt, sagen wir's so, dann teilen wir eine Sprachsensibilität?
00:33:52: Das wäre, glaube ich, der Common Ground!
00:33:54: Ja, ich finde das persönlich sehr spannend solche Insider zu betrachten oder Sachen, die man dann die man dann versteht, wenn man an einer gewissen Gruppe angehört.
00:34:06: Du hast jetzt eben von Hildesheim Leipzig im Köln gesprochen unter anderem.
00:34:11: Dort gibt es auch Literaturinstitute, die sich kreativen Schreiben widmen.
00:34:15: Wenn man jetzt von Tübing nach Hildeshheim fährt und unterhält sich dort mit den Leuten und spricht über Störe werden wahrscheinlich die meisten an die Vögel denken ...
00:34:25: Oder an die Fische?
00:34:27: Ist das ein Fisch oder ist das ein Vogel?
00:34:30: Ich dachte, das ist ein Vogel.
00:34:32: Ich bin in der Ornithologie nicht so gut bewandert als Vogel!
00:34:35: Okay dann ist es vielleicht ein Fisch und das war mein fehlender Kornkorn.
00:34:40: Wir googeln
00:34:41: nachher.
00:34:42: Aber ich finde es sehr spannend dass wenn dann vielleicht dort nehmen wir an, es fahren vier Leute dorthin aus Tübingen und sprechen über Störe, dass die dann einen gemeinsamen Common Count haben, eine Insiderlesart quasi.
00:34:58: Davon spricht die Forschung und damit befasse ich mich auch selbst in meiner Forschung, nämlich bei Aussagen von Politikerinnen in Talkshows.
00:35:07: Also welche bestimmten Ausdrücke sie vielleicht verwenden um an eigene Klientel anzuschließen?
00:35:13: Ich finde es vor allen Dingen spannend dass solche ausdrücke wie jetzt beispielsweise Störe dann als so eine Art Mitgliedsausweis oder Zugehörigkeitsausweis zu einer bestimmten Gruppe gelesen werden können.
00:35:26: Es ist nicht nur spannend, es ist auch tragisch in gewisser Weise.
00:35:29: Weil das natürlich immer Ausschluss bedeutet.
00:35:32: Ja.
00:35:32: Also ... Es hat immer exklusive Momente.
00:35:36: Jetzt gehen's oft um Zugehörigkeit zu Gruppen.
00:35:40: Teure Signale nennt Sauer das ja auch und es hat insofern für das am Ende des Tages natürlich auch zu klassischen Fragen und zu Fragen des Klassismus.
00:35:50: Insofern... Du meinst dass man eine gewisse ... Ein gewisses Sprach, die wohl nicht versteht.
00:35:56: Ja, beziehungsweise dass man auch ein gewisses Sprachniveau nicht nur benutzt was die Politiker genannt um quasi die eigene Klientäer abzuholen sondern eben auch um viele auszuschließen.
00:36:04: Und das gerade im akademischen Bereich spielt das eine ganz große Rolle.
00:36:07: da sind wir immer noch an so fest und sprachlich Hierarchien gebunden und sie sind auch schwer weil die natürlich immer wieder angelernt und antrainiert werden.
00:36:15: also es ist auch schwer zu unterwandern weil man sich auch in diesem akademischem Diskurs behaupten muss.
00:36:20: Also ich denke schon viel darüber nach.
00:36:22: Ich freue mich nicht nur wenn die Studis quasi die störe kennen.
00:36:26: Es hat auch tatsächlich negative Seiten und Effekte.
00:36:30: Ja, vielen Dank für diese Selbstreflexion auch!
00:36:35: Ich kenne das selbst auch ich bin ein Arbeiterkind.
00:36:37: und dieses Sphäre an der Universität dann dieser sprachliche Sphere auch mit ST und CT also Sine-Temporee oder auch einfach der Ausdruckkommilitone Das grenzt ja schon ab.
00:36:53: Also, Mitstudierende verstehen wahrscheinlich viele noch und Kromilitone ist dann ein sehr eigener Ausdruck.
00:36:58: Ich denke das...das ist was du jetzt meintest?
00:37:01: Ja, genau!
00:37:03: Das sind gute Beispiele.
00:37:05: Und die haben meines Erachtens eben viel mit Ausschlussmechanismen zu tun.
00:37:10: Es ist schwer, es ist schwer das zu ändern.
00:37:13: Das ist vielleicht noch etwas dass man erwähnen kann.
00:37:15: ich versuche am SAT schon eine Art Gegenraum hört sich zu hart an, aber zumindest einen anderen Raum zu schaffen der anders funktioniert.
00:37:24: Der nicht so hierarchisch ist.
00:37:25: natürlich gibt es immer Hierarchien.
00:37:26: wir müssen uns nichts vormachen.
00:37:27: ich bin angestellter an der Universität im Gegensatz zu den Studenten und genieße natürlich auch dadurch Privilegien und habe auch ein ganz andern hierarchischen Status.
00:37:35: Aber das ist schon Ich finde es total Wichtig, es hat mich schon als Studentin verrückt gemacht sowieso an der Kunsthochschule.
00:37:42: das ist noch mal alles ganz anders und man guckt nochmal anders auf die klassischen Universitäten.
00:37:46: Ich versuche zumindest soweit ich kann diese Reche abzuflachen und eine Art auch Freiraum für die Studentinnen zu schaffen.
00:37:55: so weit ich kann.
00:37:56: trotzdem müssen sie natürlich noch arbeiten keine Frage.
00:37:59: aber vielleicht kann man das methodisch auch anders angehen.
00:38:02: Würdest du sagen, dass SLT ist ein Safe Space?
00:38:05: Das würde ich auch sagen.
00:38:06: Das muss ich sogar sagen und auch das sage ich nicht nur mit Freude.
00:38:10: Es finden tatsächlich viele Studentinnen zum SLT die sich woanders weniger aufgehoben fühlen oder vielleicht auch Schwierigkeiten haben im akademischen Betrieb.
00:38:21: Ja ja tatsächlich es ist eine Art Safe Space Und das kann quasi sexuelle Ausrichtungen betreffen aber auch Neurodiversität all diese Faktoren.
00:38:32: Ich finde das super spannend, dass du auch viel davon redest, dass wir Gruppen quasi öffnen sollen oder dass wir Leuten die nicht Teil von der Gruppe sind, quasi nicht den Eintritt in dieser Gruppe versperren sollten.
00:38:41: Sondern dass wir quasi darauf achten sollten, dass Menschen überall quasi Zugriff haben und dass wir irgendwie klassisch sind oder so, dass wir Leute nicht ausschließen.
00:38:50: Weil ich glaube das auch in der Common Ground Forschung manchmal ein bisschen untergeht weil wir existierende Gruppen anschauen und schauen was diese Gruppen verbindet.
00:38:57: Wir schauen wenn Menschen miteinander reden wie bauen sie Common Ground auf?
00:39:01: Wie kriegen wir das hin?
00:39:02: aber wir schauen selten oder... Ich glaub manche Projekte schauen schon so ein bisschen an wie das polarisieren kann wie auch so Ausschlussmechanismen passieren können.
00:39:10: Aber ich glaube da müssen wir mehr noch mal darauf achten quasi in unserer Forschung nicht nur Gruppen angucken, sondern auch gucken.
00:39:17: Wer ist außerhalb von diesen Gruppen und warum sind die Leute nicht in den Gruppen drin?
00:39:21: Es ist doch so ein bisschen die Idee hinter diesem Podcast dass wir unsere Forschung Leuten erklären, die vielleicht nicht direkt wissen was mit Common Ground gemeint ist, die mit Sprachwissenschaft nichts am Hut haben aber die vielleicht durch unserem Podcast hoffentlich irgendwie dann auch lernen, was der Begriff für sie bedeutet oder wie Sie den auch in Ihrem Alltag identifizieren können und verstehen können.
00:39:42: Und ich finde das irgendwie ... Auch ein schönes Schlusswort so bisschen dass man quasi so sagt ja wir versuchen auch ein bisschen die Gruppen zu öffnen mit diesem Podcast und Leuten die nicht aktiv in der Forschung sind zu erklären hey!
00:39:54: Was machen wir?
00:39:55: Und warum ist es für euch auch so ein bisschen ein relevantes Thema?
00:39:59: Das ist irgendwie Ein sehr schönes Ende.
00:40:02: Aber wir haben immer am Ende noch eine kleine Spaßfrage, mit der wir ein bisschen Common Ground zerstören wollen weil wir haben jetzt sehr viel Common Ground aufgebaut und gelernt.
00:40:10: aber wir wollen jetzt noch wissen was ist dein Hot Take?
00:40:14: Was ist eine Sache wo du mit niemandem Common Ground findest?
00:40:17: Was is eine Sache die du anders machst als alle anderen oder wo du auch mit vielleicht irgendwie der Literaturwissenschaft so'n bisschen einen kleinen Kampf hast weil du mit irgendetwas nicht übereinstimmst.
00:40:29: Das ist eine so schwere Frage, aber fällt gar nichts ein.
00:40:32: Wem widersprechst
00:40:33: du?
00:40:34: Wegen widersprechig!
00:40:35: Also widersprechen tue ich schon den ganzen Tag ziemlich vielen Menschen.
00:40:38: Meistens innerlich weil ich nicht sehr extrovertiert bin und sehr harmoniesüchtig.
00:40:44: Vielleicht war ich so das ganz explizit gesagt hast, damit ich mit der Literaturwissenschaft uns daran wird es kennen dass sich quasi immer davor warnen sofort über den Inhalt in einen Text einzusteigen.
00:40:55: Das zumindest unterscheidet vielleicht die Gegend Die gängige Praxis, dass mich Interpretation recht wenig interessieren.
00:41:02: Sondern eher wie ein Text gebaut ist.
00:41:04: Das ist jetzt noch nichts... das ist jetzt kein Hot-Take!
00:41:07: Aber ich finde es schon tatsächlich irgendwie eine gute Punkt weil so ich bin tatsächlich jemand, ich lese sehr viel in meiner Freizeit aber sehr viel so sehr seichte Literatur oder so Dinge, die wo ich wirklich dann eher auf den Inhalt achte.
00:41:21: Obwohl ich auch mal Literaturwissenschaft studiert habe und aber ein bisschen halt so das manchmal gerne vergesse oder so ein bisschen nicht darauf achte dann wie eine Textsprachlich-Aufgebäude ist.
00:41:29: deswegen.
00:41:30: Ich glaube mein nächstes Buch was ich lese werde ich wieder mehr drauf achten!
00:41:33: Du musst gar nicht und es ist auch nichts.
00:41:34: du hast gerade gesagt seit die Literatur siehst du fängt das schon an?
00:41:37: Auch da wir orteilen ständig und werfen alles in Kategorien.
00:41:44: Feuchbare Prosa-Liserin.
00:41:45: Ich kann kein Buch ohne inneren Rotstift lesen, das ist ganz ganz schlimm weshalb ich hauptsächlich eigentlich nur noch Lyrik lese.
00:41:52: mit der geht es mir sehr gut und da bin ich auch sehr großherzig und mag alle Formen die Vielfalt und ansonsten Sachbücher.
00:41:59: aber bei der Prosa schnippt mir wirklich der Rotstifte aus dass ganz ganz feuchtbar.
00:42:04: man liest wohl auch besser oder ja schneller Nimmt wohl mehr auf vom Text, wenn man einen Stift in der Hand hat.
00:42:11: Da gibt's Wohlstudien dazu, das hab ich mal gehört.
00:42:15: Eine letzte Frage haben wir noch an dich und zwar schreibst du ein etwas neuem?
00:42:19: An neuen Projekten?
00:42:20: hast du ein neues Werk im Planung oder in
00:42:22: Veröffentlichen ... Und Gottes Willen!
00:42:24: Also ich plane selten das Werk, das Werk plant dann nicht und Werk ist ja auch schon wieder so'n großer Begriff.
00:42:29: also wie gesagt muss mich etwas interessieren.
00:42:31: Ich setze mich nicht frühmorgens um neun hin und denke mir auch, ich schreibe jetzt mein Gedicht.
00:42:34: Du bin ich einfach nicht gestrickt.
00:42:36: Also ich warte auf das nächste und dann hab' ich auch immer das Gefühl, mein ganzes Vokabular ist begrenzt.
00:42:41: Also habe ich ein Buch geschrieben, da bin ich auch erst mal leer.
00:42:42: Das muss ich erstmal wieder irgendwas in mir füllen oder sammeln.
00:42:45: was ich natürlich aber ständig hab sind Auftragsarbeiten.
00:42:47: also dass ja das mindestens dritte Standbein einer jeden Schriftstellerin, dass man Essays schreibt oder weiß sich nicht kleine Gebrauchstexte für irgendetwas.
00:42:55: Also das hab' Ich permanent!
00:42:57: Das hält mich dann auch im Schreiben, wenn ich sage, ich schreibe nichts, dann stimmt es nie weil selbst für Studio jetzt muss ich wieder das Semesterprogramm schreiben Irgendwas schreibe ich immer, aber ein neues Buch ist gerade nicht in Sicht.
00:43:08: Ich bin froh, dass sich das geschafft hat!
00:43:11: Ja, das verbindet glaube ich uns als WissenschaftlerInnen mit SchriftstellerInnen.
00:43:16: Dass wir eigentlich kontinuierlich im Schreiben bleiben müssen auch... Also mein Projektleiter hat mir direkt am Anfang, als ich die Stelle begonnen habe, angetreten hab, hat er mir geraden, ich soll jeden Tag schreiben mindestens eine Seite Und das erhält sich natürlich noch sehr viel an.
00:43:37: Aber es ist was, was ich glaube zu routinieren lohnt auf jeden Fall.
00:43:43: und ich fand auch spannend dass du davon gesprochen hast, dass dich die Form interessiert weil das verbindet glaube ich uns auch ein bisschen als Sprachwissenschaftlerin mit dir als Schriftstellerin, dass uns nicht immer nur der Inhalt interessiert sondern manchmal wirklich Nur die Form.
00:44:00: Die Form transportiert auch den Inhalt, das darf man nicht vergessen.
00:44:02: Sieht man der Lure ganz wunderbar wie Gedichte?
00:44:05: Dass die Form unglaublich viel auch Inhalt transformiert und transportiert.
00:44:09: Und mein Hausrelleger Samuel Beckett würde sagen wir können im Leben auf alles verzichten außer auf die Form!
00:44:16: Das war so ein schönes Schluss.
00:44:18: Vielen Dank dass du heute bei uns warst.
00:44:21: So viel von dir gelernt und ich glaub ganz viele neue Perspektiven.
00:44:24: Und in meinem Kopf sind schon so zehn neue Ideen für irgendwelche Researchprojekte, die ich jetzt anfangen möchte.
00:44:30: Deswegen danke dir das du heute da warst.
00:44:32: Danke an alle fürs Zuhören!
00:44:35: Wir sehen uns bald in einer nächsten Folge von Grund zur
00:44:38: Annahme.
00:44:39: Vielen Dank!
00:44:49: Redaktion Nina Calva, Jantore Kirch Sarah Ebert Amelie Rück, Alessandro Stefan.
00:44:57: Technik Zentrum für Medienkompetenz der Universität Tübingen.
00:45:01: Schnitt Sarah Palomero Bernardo.
00:45:04: Musik.
00:45:05: Blütenstaub gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG eine Produktion des SFB.
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